Nachbericht: Vorstellung des EY-Biotech-Reports 2022

Am 26.7.2022 luden BioRegioN in Kooperation mit der Life Science Factory in Göttingen zur Vorstellung des EY-Biotechnologiereports 2022 ein.

Dr. Manuel Bauer (Associate Director/Senior Industry Specialist | Global Life Science Center) präsentierte die Kennzahlen der Branche, denen zufolge das Jahr 2021 ein sehr erfolgreiches Jahr in Bezug auf Umsatz, Innovationen und Finanzierungen war. So verzeichnete die Deutsche Biotech-Industrie die zweithöchste Kapitalaufnahme seit ihrem Bestehen. Darüber hinaus zeigt der Biotech-Sektor große Dynamik - während sich IPO-Fenster schließen, zeigt sich ein Trend hin zu vermehrten M&A-Aktivitäten in Deutschland. Wie die weitere Zukunft der Branche aussieht, lässt sich vor dem Hintergrund des sich verändernden Finanzklimas sowie der aktuellen geopolitischen Lage schwer abschätzen. Es sind unsichere Zeiten, doch die Corona-Pandemie beschleunigte den Trend für Biotech-Lösungen für drängende gesellschaftliche Fragen zu liefern. Dies zeigt sich auch durch vermehrtes gründen von Startups in neuen Geschäftsmodellen, die zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen wie Umwelt-, Ernährungs- und Energieprobleme beitragen, was Anlass zu Optimismus geben darf.

Das breite Anwendungsfeld von Biotechnologie in Konvergenz mit anderen Technologien wurde auch von Dr. Manuel Bauer hervorgehoben, ebenso wie im Rahmen der an die Reportpräsentation anschließenden Podiumsdiskussion, die sich dem Themenfeld „Translation und Innovation in den Life Sciences: Vom Marathon zum Sprint?“ widmete. Das Podium war besetzt durch Dr. Thomas Hesterkamp (CEO Myxobiotics), Magdalena Kempa (CEO smartbax GmbH), Dr. Oscar-Werner Reif (Leiter der Konzernforschung & CTO Sartorius) und Dr. Maike Rochon (Leitung BioRegioN & Bereichsleitung Life Sciences im Innovationszentrum Niedersachsen GmbH). Das finale Fazit fiel insgesamt positiv aus. Dr. Oscar-Werner Reif betonte, dass eine Kultur des Scheiterns in Deutschland hilfreich sei, denn mit jedem Versuch, der nicht direkt zum Ziel führe, ist auch ein Lern- und Erfahrungsgewinn verbunden. Magdalena Kempa betonte, dass Gründerinnen neben der Technologie auch intensiver mit Businessfragen und dem Markt auseinandersetzen sollten und sich rechtzeitig mit entsprechen erfahrenen Experten/-innen austauschen sollten. Einig waren sich alle, dass der Prozess der Ausgründung schneller und unkomplizierter gestaltet werden sollte. Dr. Maike Rochon führte hier das Beispiel des Virtuelle-Beteiligungen-Modells an, wie dies bereits an der TU Darmstadt angewendet wird, um eine Option für ein vereinfachtes IP-Lizenzmanagement an Hochschulen zu ermöglichen. Ein entsprechendes Projekt wird derzeit von BioRegioN gemeinsam mit startup.niedersachsen, niedersächsischen Technologietransferstellen und in Kooperation mit der TU Darmstadt erarbeitet, wobei auch ein enger Austausch mit SPRIN-D besteht, die das Modell ebenfalls unterstützen. Dr. Thomas Hesterkamp unterstrich abschließend, dass es wünschenswert wäre, wenn 10 Prozent der Beschleunigung in administrativen Prozessen, wie wir sie Covid-bedingt erlebt haben, auch langfristig im Zusammenhang mit Innovations- und Gründungsprozessen erhalten bleiben könnten.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion nutzen die über 60 Teilnehmenden die Gelegenheit sich bei Snacks und kühlen Getränken weiter auszutauschen und zu vernetzen.

Den vollständigen "EY-Biotechnologie Report 2022" erhalten Sie hier.

Zurück