Challenge One Health: Fachübergreifende Lösungsansätze zur Eindämmung von Infektionskrankheiten

„Die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist eng miteinander verknüpft. Sektorenübergreifende Probleme wie Antibiotikaresistenzen oder bisher unbekannte Erreger können nur gemeistert werden, wenn Human- und Veterinärmedizin sowie Umweltexperten kooperieren und ihre Erkenntnisse zusammenführen. Dieses One-Health-Konzept hat in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit erfahren.“ (FLI 2017)

Insbesondere in Niedersachsen bietet sich die Chance für eine erfolgreiche Umsetzung zahlreicher Aspekte des One-Health-Konzepts, denn hier finden sich nicht nur exzellente und renommierte Forschungseinrichtungen und Institute aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung, Veterinär- und Humanmedizin sowie Infektionsforschung und Wirkstoffentwicklung, sondern auch eine ausgeprägte Agrar- und Gesundheitswirtschaft.

Mit der Challenge One Health wollen zukünftig die vorhandenen guten Netzwerkstrukturen aus den genannten Bereichen (noch) stärker miteinander verknüpfen und dadurch ungenutzte Kooperationsmöglichkeiten erschließen. Im Vordergrund stehen dabei der Wissens- und Technologietransfer sowie sektorübergreifende und interdisziplinäre Lösungsansätze mit dem Ziel, Kooperationen und die Entwicklung von Innovationen und neuen Geschäftsmodellen zu forcieren.

Gemeinsame Ziele verfolgen

Der Bereich Life Science, Bioökonomie und Gesundheitswirtschaft der Innovationszentrum Niedersachsen GmbH hat sich den Ausbau und die Stärkung eines niedersächsischen „Ökosystems“ für Innovationen im Bereich One-Health zum Ziel gesetzt. Folgende Punkte sollen dabei in den nächsten Jahren umgesetzt werden:

  • Beschleunigte Initiierung und Umsetzung von Innovationsvorhaben (z.B. in den Bereichen Lebensmittelsicherheit, Zoonose-Überwachung/-Eindämmung, Antibiotikaresistenzbekämpfung)
  • Ausgründungen in Niedersachsen im Kontext des One-Health-Konzepts
  • Unterstützung von potenzialträchtigen Startups

Gemeinsam mit Ihnen wollen wir eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung dieses Zukunftsthemas einnehmen und den Paradigmenwechsel aktiv gestalten. Unter dem Titel Challenge One Health veranstalten wir daher im Frühjahr eine Veranstaltungsreihe, die eine sektorenübergreifende Kooperation zwischen Humanmedizin, Veterinärmedizin und den Umweltwissenschaften anregen soll. 

Alle Informationen finden Sie auf der Website der Challenge One Health

Das erwartet Sie bei der Challenge One Health

Niedersächsischer Life Science Tag 2021

Der Niedersächsische Life Science Tag findet als interaktive Digitalkonferenz und Teil der Challenge One Health statt. Am 18.2.2021 lernen Sie aktuelle Entwicklungen, neueste Technologien und innovative Forschungsansätze aus der niedersächsischen Wirtschaft und Wissenschaft kennen. Diskutieren Sie mit Fachexpertinnen und Experten und erfahren Sie mehr über Anwendungsfelder und Chancen des One Health-Ansatzes. 

Engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter der niedersächsischen Wirtschaft sowie Innovatoren der Technologie- und Digitalszene, die Gesundheit nach dem One Health-Ansatz sektorenübergreifend neu denken und innovative Lösungsideen entwickeln, präsentieren ihre Gedanken in einem Kurzvortrag, angelehnt an einen Science Slam, auf dem Niedersächsischen Life Science Tag 2021!

Hackathon

Beim 48-stündigen Hackathon haben Sie vom 12. bis 14.3.2021 die Gelegenheit, innovative Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln und sektorenübergreifende Kooperationen anzubahnen. Erleben Sie Open Innovation und Technologietransfer in interdisziplinären Teams und seien Sie Teil der Lösung.


Förderprogramm zum Thema One Health

Zur Unterstützung transantionaler Forschung im Bereich One Health hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Richtlinie zur Förderung von transnationalen Forschungsprojekten innerhalb der Joint Programming Initiative „JPIAMR“ zu One-Health-Interventionen, die die Entwicklung und Übertragung von antimikrobieller Resistenz verhindern oder reduzieren“

Der aktuellen strategischen Forschungs- und Innovationsagenda der Joint Programming Initiative on Antimicrobial Resistance (JPIAMR) folgend zielt die Förderrichtlinie auf die Bekämpfung der steigenden Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen ab. Zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen muss ein One-Health-Ansatz verfolgt werden, da resistente Bakterien, genetische Elemente und Antibiotika in Mensch, Tier und Umwelt auftreten. Die abnehmende Wirkung bestehender Antibiotika sowie die geringe und unzureichende Anzahl neuer Antibiotika in Entwicklung unterstreicht die Dringlichkeit, das Auftreten und die Übertragung von Antibiotikaresistenz zu verstehen.

Der Aktionsplan der Europäischen Union gegen AMR1 ermutigt die EU-Mitgliedstaaten dazu, innovative, effektive und nachhaltige Lösungen gegen AMR zu entwickeln, insbesondere, um das Auftreten und die Verbreitung von AMR inner- und außerhalb der EU zu verringern.